Unser Arbeitshund....


 
Erfahrungswerte, Philosophien und Gedanken zur Umsetzung.....

Seit nun mehr als 20 Jahren bemängle ich die zum Teil unterirdischen Selektive unserer hier in Deutschland ansässigen Gebrauchshundverbände. Selektive welche sich einzig und alleine nur noch darauf konzentrieren Mitgliederzahlen aufrecht zu erhalten und den Welpenabsatz zu fördern.

Die tatsächliche Arbeit für den Gebrauchshund, welche ihn physisch und psychisch fördert, ihn formt und zu dem macht was er sein sollte, nämlich ein stabiler, belastbarer und gesunder Hund der dem Dienst bei Polizei und Militär zur Verfügung gestellt werden kann, steht lange nicht mehr im Vordergrund.

Unser Bestreben, unsere Philosophie ist es, ein Gegengewicht zu schaffen zu allen hier in Deutschland praktizierten Selektiven. Wir streben nach einem Arbeitsplatz FÜR den Hund. Einen Arbeitsplatz an dem der Hund zeigen kann was er kann, wo die tatsächlichen Grenzen liegen, um ihn dadurch sichten zu können und u.a. wieder der Zucht zuzuführen.

Wir möchten hier kein Rad neu erfinden!! Es dreht sich einzig und alleine um den sachlichen Umgang, die Formung, die Förderung und dadurch den Erhalt des Gebrauchshundes wie er einmal war. 

Was es dafür bedarf ist nicht kompliziert. Man muss dafür einfach nur etwas über den Tellerrand schauen, Emotionen sein lassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Sieht man den Nachbarn in Frankreich, Belgien oder Holland, nicht zu vergessen den alten SDG zu DDRzeiten, wird einem sehr schnell bewusst was Hunde leisten sollten wenn man sie wirklich fördern und erhalten möchte.
 
Konzentrieren wir uns also zunächst auf ein paar kleine Punkte welche uns diese tollen Hunde einmal bescherten:

  -Es waren die Sprünge und Kletterkünste der Hunde.

Hier sollte es keine Grenzen nach oben geben. Angepasst am jeweiligen Hund, dem Alter und Körperbau, frei wählbar und in der Sichtung messbar.

  -Die Nasenleistung.

Das Umdenken sollte dahin gehen, dass wir den Hunden nicht weiterhin eine akkurate Fährte aufzwingen welche sie Schritt für Schritt und in einer vom Menschen erfundenen Perfektion ableisten müssen. Die Schwierigkeit einer Fährte besteht darin verschiedene Standzeiten, Längen, Untergründe Wetterverhältnisse uvm. auszuarbeiten um die Natur und nicht die Dressur zu sichten. 

  -Der Apport.

Der Apport von verschiedenen Gegenständen zeigt nicht nur den Ausbildungsstand, auch die Kreativität des Individuums. Geschwindigkeit und Akkurater Vorsitz sind nicht aussagekräftig bzgl. einer Sichtung.

  -Die Mannarbeit.

Nicht nur das Beißen an sich macht die Qualität des Hundes. Erst die Zurücknahme lässt den Charakter sichten!! Ein Zurückrufen, ein Scheinangriff, ein Gegenstandsbewachen, ein langes anhaltendes Verbellen, ein freies Revieren, Ausbildbarkeit uvm. sollten die Grundbestandteile der Mannarbeit sein, ebenso wie stabile, belastbare und damit auch volle Griffe.

  -Die Belastbarkeit von Geist und Körper.

Geist und Körper werden durch die Belastung im Leben geformt. Ein Gebrauchshund der nicht gegen Wiederstände kämpfen muss kann unmöglich objektiv gesichtet werden.
 
UND VIELES MEHR....
 
 Das Gemeinsame Ziel sollte sein, einen arbeitsfähigen Hund zu schaffen. Einen Hund der wieder dafür gezüchtet wird wofür er schon eh und je gezüchtet werden sollte: Den Dienst bei Polizei und Militär!!
 
Darin liegt unsere Philosophie, ein Aufgabenfeld für den Arbeitshund zu schaffen welches ihn formt und fördert um diesen dann aktiv in den Dienst unserer Behörden einfließen lassen zu können, in Form von Welpen bis zum ausgebildeten Hund.
 
Lasst uns gemeinsam einen neuen Weg beschreiten. Einen Weg fern ab der Verbände, weg von Neid und Missgunst, mit nur einem einzigen Fokus: Der Erhalt des arbeitenden Hundes und dessen Einfluss in unsere Behörden!! 

Der arbeitsfähige Gebrauchshund ist an sich ein sehr genügsamer Hund wenn er hat was er benötigt - Arbeit.
 
Was macht die Natur eines Arbeitshundes aus? Auf was müssen wir Wert legen wenn wir diesen robusten Hund auch in Zukunft erhalten möchten?
Wenn wir uns die 3 Urformen der Selektive des Mechelaar heranziehen, sprich französisch Ring, belgisch Ring und KNPV und deren Selektive unter einem Strich zusammenfassen, so bleiben folgende Merkmale:
- die Liebe und Passion zur Arbeit
- Springen und Klettern
- Apportieren
- Schwimmen
- Griffe
- Angriffe
- Bellen
- freies Revieren
- Suchen
- Nervenstärke
- Flexibilität
- Belastbarkeit der Ausbildung
- stark verankerte Primärverstärker
- Ausbildbarkeit des Hundes
- Triebbeständigkeit
 
All diese Merkmale sollten im arbeitsfähigen Hund bereits bei Geburt verankert sein. Wir ziehen uns diese Veranlagungen dann nur noch mittels der Konditionierungen heran und vermitteln dem Hund wann er was wie zu tun hat.
Innerhalb der Ausbildung sollten die Hunde selektiert werden. Nur hier ist zu erkennen welche Bereiche des Hundes nur mäßig oder gar vorzüglich vorhanden sind. Welche Bereiche ausbildungstechnisch unterstützt werden müssen und welche eben nicht. Das Endprodukt auf einer Prüfung beim Performen zu beurteilen bringt keine detaillierten Erkenntnisse für die Zucht...

Beispiele:

Griffe:
Ich unterscheide beim Beißen ganz klar die Hunde welchen ich Griffe vermitteln muss und welchen nicht. Muss ich bei einem Hund mit Lappen und Beißkissen spielen um die nötige Initialzündung zum Jagen und Beutemachen zu vermitteln, oder hat der Hund von Natur aus ein Bedürfnis sich über den Griff zu befriedigen......?

Schwimmen:
Geht der Hund gerne ins Wasser oder muss man ihm über Aktivierungen das Wasser vermitteln......?

Klettern:
Hat ein Hund einen inneren Antrieb eine Steilwand immer und immer wieder zu springen auch wenn sie mal zu hoch ist um sie zu Überwinden, oder bleibt er unten stehen und hat keinen Antrieb mehr....?

Bellen:
Hat der Hund eine lose Kehle und bellt gerne, oder muss ich ihm über lange Zeit das Bellen Schritt für Schritt anlernen?
Hat er den Willen, auch unter Belastung lange Zeit anhaltend zu bellen, oder verliert es nach 5 Minuten ohne Bestätigung an Bedeutung...?

Apportieren:
Möchte der Hund von sich aus alles ins Maul nehmen was ich ihm biete, oder verweigert er zb eine Stahlstange weil sie ihm zu unangenehm ist....?

Revieren:
Hat der Hund die Selbstständigkeit weite Strecken von 100ten von Metern abzusuchen, oder muss ich ihm über viele kleine Schritte vermitteln, dass er es schaffen kann....?
Und wie oft geht er revieren, auch wenn er nichts findet? Hat der den drive immer und immer wieder zu revieren ohne ständig verstärkt werden zu müssen?

Man erkennt schon an diesen wenigen Beispielen wie vielseitig es werden kann, wenn ich mit dem Hund eine Arbeit ausrichten möchte, für die er ursprünglich gezüchtet wurde. Der Kern der Veranlagungen der Hunde ist nicht immer durch wissenschaftliche Werte zu sichten.
Es gab eine Zeit, als das Selektiv für einen Arbeitshund entwickelt wurde. Sei es Hüten, Schützen, Ziehen oder Revieren, der Hund wurde für einen Arbeitszweig gezüchtet. Diesen ehemaligen Arbeitszweig heißt es zu imitieren um die Basis unseres Selektivs zu erhalten. Dies kann man über unsere ursprünglichen Programme in Frankreich, Belgien oder Holland, oder man zieht sich einzelne elementare Teile dieser Selektive heraus und gestaltet sein eigenes Freestyle Programm....
Mittels unseres heutigen kynologischen Wissens ist es ein so tolles Erlebnis hochveranlagte Hunde auszubilden und zu sichten. Wichtig hierbei ist nur eines, Grenzen kennt nur derjenige, der welche hat.... Nur durch das klare Konditionieren und das Infragestellen des Erlernten können wir sichten und selektieren. Es sollte Spass machen, der militärische Ernst bei der Arbeit sollte hinten angestellt werden und man sollte es lieben mit dem Hund harte Arbeit zu vollziehen.

Wir alle sollten es LIEBEN zu MÜSSEN!!!