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Projekt - B. Steht für unseren neuen Spezialbereich in unserer Hundeschule. Gemeint ist damit unser “Kommissar” Balko vom Herzbach. Er ist ein Deutscher Jagdterrier aus Gebrauchshundezucht und soll einmal als Aufklärer arbeiten sowie Tabak suchen und anzeigen. Warum Tabak? Weil wir mit Drogen und auch Sprengstoffe, anders wie z.B. in der Schweiz, nicht arbeiten dürfen und dies den Behörden vorbehalten bleibt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen Balko auf Tabak zu spezialisieren. Desweiteren soll er wie erwähnt Aufklärungsarbeit leisten. Zum einen in der freien Natur nach vermißten Personen sowie in Gebäuden nach z.B. Einbrechern suchen. Der Hund soll dann schon im Vorraus die Umgebung begutachten, während ich mit meinem zweiten Diensthund (Schutzhund) an der Leine dahinter laufe. Wie gesagt soll dies ein Projekt sein, da wir uns mit dieser Rasse und dem Arbeitsbereich erst noch vertraut machen müssen. So sehe ich Probleme mit dem Jagdtrieb, sowie eine Umstellung unsererseits für das Suchverhalten als Ganzes dieser Hunde. Auch von Seiten des Spieltriebes ist hier ganz anders zu arbeiten. Wo unsere Mechelaars schon im Welpenalter unersättlich nach dem Spielzeug suchen, muß dieser Hund mehr hineinwachsen. Dies liegt allerdings nicht am mangelnden Trieb, keinesfalls sogar, eher an der inneren Einstellung des Hundes im Bereich Spiel und Beute machen. So kann er z.B. stundenlang vor einem Mauseloch sitzen oder ihr hinterher graben. Spiele ich ihn allerdings mit einem Spielzeug meiner Wahl an und verstecke dieses nun in einem Loch, verliert er schon bald das Interesse. Obwohl er beim Anspielen absolut in höchster Extase war. Mache ich ihm das Spielzeug nun streitig wird er egoistisch und besitzergreifend und verteidigt dieses Spielzeug wie ein Verrückter. Was uns natürlich sagt, daß der Hund mit unserem Spielzeug und mit der Art von Spiel welches wir auch mit unseren anderen Hunden praktizieren, noch nichts genaues anzufangen weiß. Denn durch seine Genetik und seine Selektion ist er in diesen Bereichen anders gelagert. Was aber nur bedeutet, daß wir uns in unserer Art anpassen müssen um zum Erfolg zu kommen. Hat der Hund einmal etwas gelernt, kann er ohne Probleme wie eine andere Rasse auch gearbeitet werden. Dies beginnt in der Fährte. Ich bin davon überzeugt, daß ein DJT der einmal auf einer Wildfährte Blut geleckt hat, zu unserer Vermißtenarbeit nur noch mit Leine, wenn überhaupt, einsetzbar ist. Was uns natürlich dazu zwingt, dem Hund recht zügig den Sinn der Suche nach vermißten PERSONEN zu vermitteln. Denn erst wenn diese Hunde den Sinn der Arbeit verstanden haben, ist das Risiko der unfreiwilligen Jagd auf ein gewißes Restrisiko heruntergeschraubt. Ich bin mir allerdings sicher, daß es zu schaffen ist, diese Energie, welche diese kleinen Kerle in sich tragen, auch wenn genetisch für Anderes bestimmt, für unsere Zwecke zu nutzen ist. So werde ich gerade auf der Fährte meine bisherige Arbeit so umstellen, daß sie dem Terrier gerecht wird. Dies bedeutet: Unsere bisherige Lernfixierungen auf der Fährte bezogen sich anfangs stets über Futter und dann über den Drang zum Gegenstand. Das Futter auf der Fährte ließ die Hunde mit der Nase stets direkt auf der Fährte bleiben und mit dem Trieb zum Gegenstand wurde nur nochmals ergänzt was eh schon Spaß machte. Mit Balko läuft das anders. Wir lassen ihn zusehen wie eine Person mit der er zuvor kurz gespielt hat weggeht oder rennt. Nach kurzer Zeit wird er dann mit der Leine angesetzt und muß dann die Spur wie er es meint verfolgen. Er benötigt hierfür weder Futter noch extra tief getretene Fußstapfen. Das Suchen an sich reicht ihm aus, noch dazu das Suchen von einer Person, welche aus seiner Sicht geflüchtet ist. Wir kommen also mit dieser Lernfixiereung an seine Natürlichkeit näher heran, als mit unserer konventionellen Methode. Auch bei der Lernfixierung zum Suchen von Tabak werde ich hier ganz anders arbeiten. Da der Hund, wie beschrieben, momentan noch nicht genug Trieb auf unsere toten Spielzeuge legt, allerdings sehr gerne frißt, habe ich die Entscheidung getroffen mit Hilfe des Klickers diese Aufgabe zu vermitteln. Da auch dieser Arbeitsbereich für mich neu ist, wird es mit Sicherheit sehr interessant werden, wie sich das “Endprodukt” zeigt. Auf dieser HP möchte ich in Zukunft den Ausbildungsstand des Hundes und mir beschreiben, mit allen Fehlern, Einsichten und Erkenntnissen.
 von links nach rechts: Halbbruder von Balko, Balko, und die Mama
Vom Wesen her ist der Hund ein sehr ausgeglichener Kerl. Ihn stört nichts und niemand. Desweiteren ist er sehr sozial, sowie selbständig und egoistisch. Er ist hart im nehmen und schreckt vor nichts zurück. Ansonsten zeigt er eine gute Intelligenz, Kampftrieb und Wißbegierde. Er ist sehr vital und liebt es für mich etwas zu tun. Ein wirklich optimaler Hund!! Herzlichen Dank an dieser Stelle dem Züchter “vom Herzbach” Dieter Schmauch, seiner Tochter Kristin für die vorzügliche Aufklärung vor dem Kauf, sowie der restlichen Familie für die wirklich tolle Aufzucht des Hundes. Doch nun zu den Anfängen der Arbeit:
Heute ist der 10. Oktober 2004: Balko ist soweit auf den Klicker konditioniert, daß ich die nächsten Schritte tun kann. Im Bereich Fährte kann nun ebenfalls begonnen werden die ersten Lernfixierungen auszubauen. In diesem Bereich werden wir mit einem Spielzeug arbeiten, um den Hund über den Beißdrang und dem Spiel mit der Beute zu befriedigen. Für das Suchen von Tabak habe ich nun ein seperates Zimmer hergerichtet, in dem schon seit geraumer Zeit kein Leben mehr war. Außer einer Couch und einem Sessel, sowie zwei Matratzen befindet sich nichts mehr darin. Der Beginn der Arbeit stellt für mich das identifizieren des Geruchstoffes dar. Als ersten Schritt verwende ich hierfür eine sterile Dose mit Deckel in welche ich Tabak fülle. Diese Dose stelle ich nun geöffnet in mitten des Raumes. Etwas später ziehe ich den Hund hinzu, welcher dann frei im Zimmer umherspazieren darf und nach geraumer Zeit diese Dose untersucht. In diesem Moment bestätige ich ihn mit einem Klick und Futter und beende diese Übung für diesen Tag.

Es ist nun wieder knapp eine Woche verstrichen und der 21. Oktober: Balko hat einen riesen Sprung gemacht. Charakterlich wie körperlich. Seine Spiele werden immer aggressiver und er lernt immer besser seinen Körper zu beherrschen. Sein Beutetrieb ist phänomenal und läßt mit Sicherheit so manchen Mali alt aussehen. Allerdings erlischt dieser nach einiger Zeit, sobald die Beute(Ball) tot ist. An ein Suchen nach toter Beute(Ball) ist somit nur in gewissem Maße zu denken, was sich allerdings ebenfalls von Tag zu Tag verändert. Setze ich nun allerdings ein Hetzleder anstatt des Balles ein, welches ich einige Male über den Boden ziehe und dann mit einer Schleppe verstecke, wird er wie verrückt und kennt kein Ende. Man merkt einfach sehr deutlich, daß dies nichts mit der Beute zu tun hat welche er genetisch suchen möchte, also Dachs, Fuchs, Hasen usw. Ansonsten ist er sehr ausgeglichen und ruhig und fängt erst bei der Arbeit an sich hineinzusteigern. Auch beim Umgang mit anderen Hunden gibt es keinerlei Probleme.
In der Fährte geht es immer besser voran. Er lernt momentan unseren menschlichen Geruch dem eines Wildwechsels vorzuziehen. Erstaunlicherweise gab es diesbezüglich auch noch keinerlei größere Komplikationen. Balko sucht sehr ruhig und ausdauernd. Es ist kein Problem 3-4 Fährten hintereinander zu suchen. Er macht sich nicht abhängig vom Gelände und ist immer bestrebt zum Ziel zu kommen. Es gab anfangs kleinere Identifikationsschwierigkeiten, da wir unsere Fährten stets wild über ein Gelände legen und nicht auf etwaige Wildwechsel oder gar gerade Schenkel und saubere Winkel achten. Nach der dritten Fährte konnten wir allerdings feststellen, daß er den Sinn unseres Spieles begriffen hat. Der Hund bekam keinerlei Korrekturen, auch wenn er dreimal zum Ansatz zurück lief um sich zu vergewissern. Über dieses Geduldspiel lernte er bei richtigem Aufnehmen der Fährte immer ans Ziel zu kommen. Schon bei der dritten Fährte hat er gelernt gezielt zu suchen, mit dem Vorteil, daß sich der Hund nicht gehemmt fühlt sich auf der Spur zu korrigieren, was ich unterdrückt hätte, wenn ich den Hund herkömmlich nach Standard ausgebildet hätte. Warten wir ab wie es weitergeht. Sobald ich sehe, daß der Hund ein optimales Appetenzverhalten auf der Spur zeigt, werde ich die ersten Gegenstände hinzubringen und mit dem Zeitfaktor spielen. Sprich den Schwierigkeitsgrad der Lage der Spur erhöhen, indem ich sie zum einen länger liegen lasse und zum anderen das Gelände immer wieder erschwere.
Im Bereich Tabak suchen sind wir nun soweit, daß der Hund gezielt nach der Dose Tabak sucht um an seinen Klick zu kommen. Die nächste Stufe wird nun sein, daß ich drei Dosen mit Deckel aufstellen werde. Im Deckel befindet sich ein Loch. Zwei der Dosen sind leer und befinden sich im Umkreis von 50cm von der Tabakdose. Vom Aussehen sind sie absolut identisch. Balko soll nun lernen von diesen drei Dosen seine Tabakdose zu identifizieren. Ist dies gelernt werde ich den nächsten Schritt setzen.

17. November Es ist wieder etwas Zeit vergangen, mit Fort- und Rückschritten. So wird der Hund durch seine Routine in allen Bereichen immer abgesicherter. Gerade im Bereich der Fährte kann man nun allmählich immer mehr damit beginnen die Lernfixierung auf den menschlichen Geruch auszubauen. Mit der Kombination aus Futterfährte und Verlustfährte hat Balko recht zügig gelernt um was es geht. Da jede dieser zwei Fährtenarten die andere ausgleicht und nur der menschliche Geruch gleich bleibt. Sie addieren sich quasi bei der Lernfixierung. Durch das Futter der Futterfährte lernt der Hund jeden Tritt wahrzunehmen. Bevor sich der Hund allerdings von dieser Fährte abhängig macht ändere ich diese Fährtenart um in eine Verlustfährte, bei der ich meine Freundin den Hund anspielen lasse (über Körperkontakt ohne Spielzeug). Durch die Vorerfahrung der Futterfährte hat nun der Hund gelernt annähernd jeden Tritt mitzunehmen und trotzdem die Übung, also das Suchen einer Vermißten Person, zu verstehen. Wird er nun nach einer gewissen Zeit zu stürmisch auf der Fährte oder zu unkonzentriert, kann ich jederzeit über eine Futterfährte wieder Ruhe und Technik in den Hund projezieren. Ich werde nun diese Arbeit noch einige Monate weiterführen und dem Hund verschiedenste Umweltgegebenheiten, fremde Gerüche und Ablenkungen anlernen bevor ich mit dem Anzeigen der Gegenstände auf der Fährte beginne, welche ich zum gegebenen Zeitpunkt parallel und außerhalb zur Fährte anlernen werde. Im Bereich Tabaksuchen habe ich nun die Arbeit niedergelegt. Der Grund dafür liegt jedoch nicht am Hund, sondern an uns als Ausbilder. -Wir sind nämlich Raucher- Was bedeutet der Hund befindet sich den ganzen Tag bei der Arbeit, da er bei uns im Haus mitleben darf und nicht steril im Zwinger lebt. Und da ich nicht den ganzen Tag Klicken und Füttern kann sobald er auf eine Schachtel Zigaretten trifft, habe ich beschlossen ihn in diesem Bereich umzukonditionieren. Sicher ist es so, daß es doch möglich gewesen wäre diese Ausbildung fortzusetzen. Der Hund wäre allerdings ständig in einem Konflikt, was mir keine 100% Arbeit bieten kann. So lasse ich ihn nun in diesem Bereich einige Wochen liegen und arbeite mit ihm an anderen Sachen. Gerade im Bereich des Spielen und Apportieren wächst Balko nun immer mehr hinein. Warten wir also nun die nächsten Wochen ab...

18. Januar 2005
Balko wurde nun im Bereich Spürhund immer noch nicht angerührt. Nächste Woche werde ich wieder mit der Arbeit beginnen und sehen was er noch weiß. Ich habe mich entschlossen den Hund lieber etwas länger liegen zu lassen, anstatt irgendwelche Fehlverknüpfungen in Kauf zu nehmen. Ich beschäftigte mich anderweitig mit dem Hund und konnte gute Erfolge im Spielen und Suchen erzielen. Gerade auf der Fährte ist er nicht einfach zu handhaben. Mit seiner Genetik stets dem Wild nachzusuchen und seiner Selbständigkeit mußte ich auch in diesem Bereich ganz andere Ausbildungsmethoden einführen, um klare Lernverbindungen zu erzeugen und den Hund zum Lernen zu animieren. Auch hier half mir der Jagdtrieb weiter, um gerade in der Vermißtensuche und dem Revieren den Hund auf den menschlichen Geruch zu forcieren.
 Auch im Spielen machte der kleine Kerl erhebliche Fortschritte!!
 Was er einmal hat gibt er so schnell nicht mehr her.
 Die Ausdauer im Spielen kann nun täglich gesteigert werden. Mit diesem Ersatz zur Jagd kam Balko bislang sehr gut klar.
 Auch das Suchen nach dem Spielzeug kann immer mehr ausgebaut werden.
 Hier sieht man Balko am Feierabend bei seiner Lieblingsbeschäftigung.
 Dem Buddeln!!
 Höchste Konzentration bei der Mäusejagd.
 Der IPO-Sportler würde hier wohl von einer sehr guten Bewachungsphase reden...
 Hier spiele ich ihn an bevor ich mich entferne. Ich lehre ihm über die Verlustangst des Balles und meiner Wenigkeit, das gezielte Suchen nach vermißten Personen und Gegenständen.
 Hier hat er mich dann gefunden. Nun achte ich darauf, daß der Hund zuerst mit Körperkontakt belohnt wird und erst viel später der Ball als zusätzliches”Schmankerl” hinzukommt.
Ich habe ihn nun auch schon etliche Male bei Praxisarbeiten mit der Polizei dabeigehabt, um ihm die verschiedenen Gebäude und Situationen schon jetzt zu zeigen in denen er später auch arbeiten muß. Er zeigte sich stets souverän und nie irgendwo beeindruckt. -Ein wirklich tapferes Kerlchen!!
 Hier sind wir in einer Fabrikhalle. Es ist ziemlich laut, heiß und stickig, was ihn natürlich überhaupt nicht stört.
 Hier hat sich Balko meinen Vollschutzanzug zur Beute gemacht. Wie beschrieben, gehe ich nach dem Praxistraining mit ihm alleine nochmals durch die Örtlichkeiten um ihm alles zu zeigen. Und da hat er auch schon gleich geschnallt wo ich mich umgezogen habe.
 Und wie soll es auch anders sein, er verteidigt sein erlegtes Beutestück bis auf die Knochen. Er schreit dann wie ein Löwe und macht so als wär er ein Bär von einem Hund.
 Und was zuweit geht geht zuweit. Gucken ist noch ok aber Anlangen ist streng verboten.
 Auch als Beinsteller zeigt er sich als gut geeignet.
Ich möchte hier noch gerne betonen, daß es sich um ein Spiel handelt und Balko jederzeit unter Kontrolle gebracht werden kann. Es ist wirklich faszinierend, wie schnell er umschalten kann.

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